Wolof

Bei dem Volk der Wolof handelt es sich um eine ethnische Gruppierung, die im Senegal, in Gambia und in Mauretanien lebt. Ihre eigene Sprache wird auch als Wolof bezeichnet. Im afrikanischen Land Senegal sind die Wolofs die ethnische Mehrheit – im Senegal leben ungefähr 3,2 Millionen Wolofs. Die Wolofs im Senegal leben dort überwiegend in der Region von Dakar bis Saint-Louis, sowie im Westen und Süden von Kaolack.

In Gambia leben ungefähr 200.000 Wolofs, von denen die meisten in der Hauptstadt Banjul und Umgebung zu finden sind. Im gesamten afrikanischen Land Gambia sind die Wolofs aber in der Minderheit - dort gehört der Großteil der Bevölkerung dem Volk der Mandinkas an. In Mauretanien leben die Wolofs im Süden in der Nähe der Küste, auch hier sind machen die Wolofs eher die Minderheit der Bevölkerung aus. In Mauretanien leben ungefähr 185.000 Wolofs.

Der Senegal liegt im äußersten Westen von Afrika - dort, wo der Übergang von der Sahelzone in die Tropen ist. Senegal grenzt im Norden an Mauretanien und im Süden an Guinea. Der Senegal umschließt Gambia, das am Atlantik liegt. Die Küste von Senegal ist 531 km lang. Die Landschaft im Senegal besteht aus Ebenen, die im Südosten langsam ansteigen. Das Kap Verde, der westlichste Punkt von Afrika, befindet sich im Senegal.

Im Senegal und in Banjul sprechen die meisten Menschen die Sprache Wolof, aus diesem Grund ist es sehr schwierig genau zu bestimmen, wer von den dort lebenden Menschen zur Ethnie der Wolofs gehört und wer nur die Sprache Wolof als Muttersprache angenommen hat. Ungefähr 80 Prozent der Einwohner von Senegal sprechen Wolof.

Die Bevölkerungsgruppe der Wolof ist eine sehr traditionelle und strenge Klassengesellschaft, in der die Stellung eines Mitglieds von Geburt an festgelegt wird. Der Kopf einer Wolofgesellschaft bilden die alten Adels- und Kriegerfamilien sowie die Landwirte und Händler. Nach der festgelegten Rangordnung stehen an nächster Stelle die traditionellen Berufe, wie beispielsweise Schmied, Lederarbeiter, Holzbildhauer, Weber und die sogenannten griots. Als Griots werden die modernen Musiker des Senegal bezeichnet, deren Musik von alten Traditionen beeinflusst wird - sie singen Dankesgesänge für Geschenke, Familiengeschichten und Geschichten der Landesgeschichte. Die niedrigste Stufe stehen traditionell die Sklaven.

Beinahe alle Bewohner Senegals sind Muslime, deren Religionsausübung vor allem durch die entscheidende Bedeutung der Sufi-Bruderschaften gekennzeichnet ist. Neben Französisch ist Wolof die zweite Amtssprache im Senegal. Die Sprache Wolof stammt aus dem nördlichen Zweig der westatlantischen Sprache, welche eine Untergruppe der Niger-Kongo-Sprache ist. Wolof ist verwandt mit den Sprachen Fulfulde und Serer. Zur Niger-Kongo-Sprache gehören auch Swahili, Zulu und Lingala. Zur Niger-Kongo-Sprache gehören 1400 Sprachen, die sich in viele tausend Dialekte untergliedern, und somit ist sie die größte Sprachfamilie weltweit.

Ungefähr 45 Prozent aller Afrikaner sprechen einer der vielen Niger-Kongo-Sprachen. Viele der Niger-Kongo-Sprachen sind sogenannte Verkehrssprachen, was bedeutet, dass sie nicht nur als Muttersprache, sondern auch von anderen Menschen als Zweitsprache genutzt werden. Heutzutage wird Wolof mit lateinischen Buchstaben geschrieben, was auf die französische Kolonialherrschaft zurückzuführen ist. Im 11. Jahrhundert, während der Islamisierung, wurde Wolof mit dem arabischen Alphabet geschrieben. Aus diesem Grund sind viele Gedichte und religiöse Schriften in arabischer Schrift vorhanden.

Im Senegal und auch bei den Wolofs ist Reis das wichtigste Lebensmittel. Reis wird normalerweise mit mariniertem und gegrillten Huhn oder Erdnusseintopf gegessen. Das Nationalgericht ist Reis in einem Fische gekocht mit Tomatensauce und anderen beratenen Fisch und Gemüse.