Tuareg

Die Tuareg wurden erstmals in der griechischen Geschichte um 500 v. Chr. Geburt erwähnt. Übersetzt aus dem arabischen heißt Tuareg „von Gott verlassen“. Selbst nennen sich die Tuareg „Imohag“, welches übersetzt „freier Mensch“ bedeutet. Woher die Tuareg kamen ist nicht bekannt, angeblich stammen sie von den Berbern ab. Die Sprache der Tuareg heißt Tamasheq und sie haben eine eigene, jahrhundertealte Schrift, Tifinagh, die der Schrift der antiken Libyer ähnelt.

Tuareg sind Bewohner der Sahara

Die Tuareg sind Bewohner der Sahara und leben im Norden hauptsächlich in der Wüste und im Süden in der Steppe und Savanne. Es gibt verschiedene Stämme, die sich zu einer Konföderation, aufgrund ihrer gemeinsamen Sprache und Geschichte, zusammengeschlossen hatten. Die nördlichen Stämme sind die Ahaggar und Azjer, die südlichen sind die Asben, Ifora, Itesen, Auliminden und Kel Tademaket. Die Tuareg sind Halbnomaden und leben von der Viehzucht, vom Ackerbau und vom Handel. Bekannt wurden die Tuareg hauptsächlich als Händler im Trans-Sahara-Handel. Mit ihren Kamelkarawanen zogen sie auf fünf bekannten Routen vom Mittelmeer in die großen Städte südlich der Sahara in Afrika. Der Schwerpunkt ihres Handels waren Luxusgüter, aufgrund der geringen Mengen, die ein Kamel transportieren kann. Auch Sklaven aus Westafrika verkauften sie an Europäer und an die Bewohner im mittleren Osten.

Kolonialisierung der Franzosen

Durch die Kolonialisierung der Franzosen wurde das Gebiet der Tuareg unter den Ländern Algerien, Libyen, Niger, Mali und Burkina Faso aufgeteilt. Die Tuareg lieferten sich viele Kämpfe mit den Franzosen, unterlagen aber schließlich und mussten Friedensverträge in Mali 1905 und in Niger 1917 unterzeichnen. Die Konföderation der Tuareg zerfiel und die Tuareg waren lange Zeit desorientiert, wurden sie doch sozial und politisch ausgegrenzt. Zusätzlich verloren sie ihre Lebensgrundlage als Händler durch die Grenzen und die Motorisierung. Die Ware wurde jetzt mit der Eisenbahn und auf den neu gebauten Straßen transportiert. Verheerende Dürren dezimierten sich ihre Viehherden. Ihre soziale und ökonomische Organisation musste sich grundlegend ändern. Das Nomadenleben wurde aufgegeben und heute leben sie in Dörfern und Städten.

Feudale Gemeinschaft

Die Gemeinschaft der Tuareg war feudal. Von den hochstehenden Adligen über Geistliche, Vasallen, Handwerken ging es hinunter zu Arbeitern und früher auch zu Sklaven. Die konventionellen Tuareg bewohnten ein Zelt aus rot gefärbtem Leder. Erwachsene Männer ab einem Alter von 25 Jahren trugen in Gegenwart anderer Menschen, selbst der Familie, einen indigoblau eingefärbten Schleier, bei dem nur die Augen sichtbar waren. Er wurde mehr aus praktischen Erwägungen getragen, waren die Männer doch meistens in der Wüste unterwegs. Im 16. Jahrhundert konvertierten die Tuareg zum Islam. Sie gehören der Sekte Maliki an, aufgrund des Propheten El Maghili, der sie konvertierte. Aber sie folgen nicht den strengen Regeln des Islam, sondern haben viele Gebräuche aus der vorislamischen Zeit übernommen.

Die Frauen spielen bei den Tuareg eine wichtige Rolle, ist doch die Abstammung mütterlicherseits für den sozialen Status entscheidend. Die Frauen tragen keinen Schleier und bestimmen selbst über ihr Leben, sie haben alle Freiheiten. In der Gemeinschaft spielen sie eine bestimmende und wichtige Rolle. Heute werden im touristischen Bereich wieder Kamelkarawanen durch die Sahara, geführt von den Tuareg, angeboten.