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Pygmäen
Die kleinwüchsigen Völker in Afrika werden oft als Pygmäen bezeichnet. Sie werden nur knapp 1,50 Meter groß und besitzen eine hellbraune Hautfarbe. Pygmäen leben in den tropischen äquatorialen Wäldern von Kamerun bis zu den Gebirgsketten und Vulkanen, die nach Osten gehen. Pygmäen sprechen verschiedene Sprachen, die meistens der benachbarten Völker sehr ähnlich sind. Der Name kommt aus dem Griechischen und bedeutet „eine Elle hoch“. |
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Die älteste Bevölkerung
Sie sind wahrscheinlich die älteste Bevölkerung der tropischen Wälder. Von ihrer Existenz zeugen Inschriften ägyptischer Denkmäler 2000 v. Christus. Seit ca. 60.000 Jahren leben Pygmäen getrennt von allen Menschen, die in ihrer Nachbarschaft leben.
Der Dschungel bietet zu wenig Nährstoffe
Theorien wurden aufgestellt über ihre Kleinwüchsigkeit. Früher wurde angenommen, dass die Anpassung an den Dschungel die geringe Größe hervorrief, damit sie sich schneller durch den Dschungel bewegen können. Doch diese Theorie wird allmählich durch eine andere ersetzt. Nach wissenschaftlichen Annahmen sind es die wenigen Nährstoffe und Kalorien, die ihre Kleinwüchsigkeit verursachen. Sie ernähren sich von Pflanzen und Tieren, wie Antilopen, Affenfleisch, Fische, Blätter, Knollen, Honig und Beeren.
Der Dschungel bietet nicht mehr als seinen kargen Boden. Das Erscheinungsbild des tropischen Regenwaldes wird als Stockwerkbau bezeichnet. Vom Wurzelwerk über eine bodennahe Krautschicht, 5 Meter hohes Buschwerk bis hinauf zu den dichten Baumriesen, die ihre Kronen in 40 Meter Höhe hinausstrecken. Für die Pygmäen heißt das, Geschicklichkeit auf der Nahrungssuche ist notwendig. Der lebensgefährliche Dschungel bietet Lebensraum für gefährliche Tiere. Leoparden, giftige Schlangen und hautverzerrende Termiten müssen beachtet werden.
Im Einklang mit den Tieren und den Pflanzen
Pygmäen leben in Hütten, die sie aus Ästen und Blättern bauen und kreisförmig anordnen. Viele Kinder zeigen Zeichen von Unterernährung oder Hygienemängel. Die wenigen Nährstoffe reichen für die Gesunderhaltung der Kinder nicht aus. Im Einklang mit der Natur und den Tieren nehmen die Pygmäen nie mehr als sie wirklich zum Leben brauchen. Nach einiger Zeit ziehen sie weiter, in neue Teile des Waldes. Dabei tragen sie ihr ganzes Besitztum mit. Ist ein neuer Platz gewählt, sammeln die Frauen Beeren und Knollen. Die Männer jagen und sammeln Honig. Als ausgezeichnete Jäger benutzen sie Pfeil, Bogen und Netze. Auch die Frauen sind ab und zu an der Jagd beteiligt, sie treiben die Tiere in die Netze. In der Dämmerung des Regenwaldes tanzen sie zu besonderen Anlässen oder aus Spaß, rhythmisch zur faszinierenden Trommelmusik. Wegen ihrer Fähigkeit im Tanz wurden sie als „Gottestänzer" bezeichnet.
Die Pygmäen entwickelten eine wirtschaftliche Beziehung mit den Bantu Stämmen. Die Bantus siedelten 1000 n. Chr. in die tropische äquatoriale Zone und wurden von den Pygmäen freundschaftlich behandelt. Die Bantu Stämme erlernten die Kunst der Metallverarbeitung und betrieben Landwirtschaft. So tauschten die Stämme untereinander Jagdgut gegen landwirtschaftliche Produkte. Leider nutzten die Bantus die Überlegenheit aus und unterwarfen die Pygmäen. Dank Missionare und Anthropologen werden sie in den letzen Jahren wieder respektiert.
Die Folgen der Abholzung
Der Einbruch der Zivilisation nahm ihnen viel Lebensraum. Durch das massive Abholzen wurden schon viele Pygmäen vertrieben, die bisher die einzigen menschlichen Bewohner waren. Neue Infrastrukturen und Ausdehnung der Landwirtschaft sind die wichtigsten Ursachen der Abholzung. So verlieren nicht nur die Tiere ihre Nahrungsquelle, auch die dort lebenden Pygmäen verlieren noch dazu ihre Heimat.