Ibo

Die Ibo, oder richtiger Igbo, leben in Nigeria. Am unteren östlichen Nigerlauf hat sich das Volk der Ibo in der Savanne eine Heimat geschaffen. Ihr Leben spielt sich in kleinen Dörfern ab, die nach alter Tradition von einem Dorfältesten geleitet werden. Die Dörfer der Ibo verfügen über keine Kanalisation, es gibt keinen Strom, keine Wasserleitung, nur Lehmstraßen und mit Palmblättern gedeckte Hütten.

Das Volk der Ibo

Jede Dorfgemeinschaft der Ibo legt wie eine Großfamilie zusammen und es werden Nahrungsmittel, Trinkwasser und Werkzeug geteilt. Dabei befinden sich rings um die Dörfer der Ibo meist Flächen auf denen Kautschuk und Ölpalmen angebaut werden. Die Ibo ernähren sich in der Hauptsache vom Fischfang aber auch von dem Anbau von Knollengewächsen. Das Volk der Ibo kann über eine abwechslungsreiche Geschichte zurück blicken.

Als 1966 ein Nordnigerianer von einem Ibo Offizier getötet wurde, wollten die Stämme der Ibo sich die Vorherrschaft über die Stämme der Yoruba, der Haussa und der Fulbe erkämpfen. Nach erbitterten Kämpfen wird im Jahr 1967 der erste Ibo-Staat gegründet. Er nannte sich "Biafra". Es folgte ein Bürgerkrieg in dem über eine Millionen Menschen starben. Der Staat der Ibo Völker, "Biafra" wurde 1970 von den nigerianischen Truppen besiegt und die nigerianische Regierung übernahm wieder die offiziellen Regierungsgeschäfte.

In ganz Nigeria beträgt die Gruppe der Ibo etwa noch 18 % der Gesamtbevölkerung. Bis in die heutige Zeit kommt es immer wieder zu Spannungen zwischen den vorherrschenden Bevölkerungsgruppen der Yoruba, Haussa und Ibo. Ein Grund hierzu ist sicherlich auch in der Armut des Volkes der Ibo zu sehen. Zurzeit leben in ganz Afrika etwa an die 30 Millionen Ibo. Davon sind circa 30000 jüdischen Glaubens. Als in den früheren 70iger Jahren die wirtschaftliche Entwicklung Nigerias seinen Aufschwung durch die Erdölindustrie bekam, schafften es Ibos sogar kurzzeitige Regierungsposten zu besetzen.

Die Ibo werden in Nigeria noch immer diskriminiert und haben es schwer in einer Stadt Arbeit zu finden. Deshalb zählen die Ibo auch zu den ärmsten Bevölkerungsgruppen in ganz Nigeria. Die Bevölkerung der Ibo wächst ständig, deshalb ist das Land auch viel zu klein für so viele Bewohner, was eine ständig weitere Verarmung noch bedingt. Die Ibo sind auch in der heutigen Zeit noch stark gläubige Menschen, die ihrer Gottheit "Chukwu" sehr verbunden sind.