Himba

Bei den Himba handelt es sich um ein kleines, indigenes Volk, welches im Norden von Namibia lebt. Sie sind mit den Herero verwandt und verständigen sich genau wie diese durch einen Dialekt der Bantu-Sprachfamilie. Die meiste Zeit des Jahres ziehen die Himba mit ihrem Vieh und ihren Herden als Halbnomaden durch die Lande, ihre ungefähre Anzahl wird dabei auf 16000 geschätzt.

Geschichte der Himba

Im 15. oder 16. Jahrhundert trennten sich die Vorfahren der Himba von den Herero und wanderten vom heutigen Botsuana in das Gebiet des modernen Namibias ein. In der Folgezeit flammten immer wieder Konflikte mit anderen angrenzenden Völkern auf, nicht zuletzt auch wegen des zunehmenden Einflusses von Missionaren und europäischen Besatzern, dem sich die Himba im Gegensatz zu den umliegenden Stämmen konsequent verweigerten. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurden die südlichen Regionen des Himba-Territoriums häufig überfallen und ausgeraubt, zudem wurde dieses Volk auch in den blutigen Krieg der Herero gegen die deutschen Kolonialherren im Jahre 1904 hineingezogen. In den Wirren der Kämpfe flohen viele Himba nach Angola und dienten den dort herrschenden Portugiesen als Arbeiter und Soldaten.

Nachdem die europäischen Besatzer schließlich alle Rebellionen niedergeschlagen hatten und der Erste Weltkrieg beendet war, gewährte Südafrika den Himba ein eigenes Reservat. Das Leben in dieser Schutzzone war jedoch mit erheblichen Einschränkungen verbunden, so war es ihnen unter anderem nicht mehr erlaubt, ihrer Herden frei weiden zu lassen oder offenen Handel mit anderen Völkern zu treiben. Auch die Errichtung einer autonomen Verwaltung wurde ihnen nicht gestattet.

Im Zuge dieser ungerechten Behandlung verarmte das ohnehin schon gebeutelte Volk zusehends, große Teile des Viehbestandes verendeten im Zuge von Hungersnöten und langen Dürreperioden, außerdem wurden zahlreiche Männer in die südafrikanische Armee eingezogen und ließen bei den ständigen Kämpfen gegen Aufständische ihr Leben. Nach der Unabhängigkeitserklärung Namibias 1990, auf dessen Gebiet sich das Reservat der Himba befand, konnten sich das Volk und seine Herden jedoch wieder einigermaßen von den vielen entbehrungsreichen Jahren erholen. Heutzutage bedroht allerdings ein geplantes Staudammprojekt erneut den Lebensraum der Himba.

Kultur der Himba

Wohlhabend waren die Himba noch nie, ihr Name wurde ihnen von den Nachbarvölkern verliehen und bedeutet übersetzt "Bettler", da ihnen in der Vergangenheit nach den häufigen Überfällen meistens nichts anderes übrig blieb, als die umliegenden Stämme um einige kleine Almosen zu bitten. Allerdings gehören die Himba zu den wenigen indigenen Völkern, die sich ihre kulturelle Identität trotz ihrer Armut und der jahrzehntelangen Unterdrückung bis zu einem gewissen Grade bewahrt haben.

Bis heute leben diese Halbnomaden relativ traditionell, sie sammeln und jagen ihre Nahrung immer noch und treiben ihre Tiere wie ihre Vorfahren über die Steppen Namibias. Langsam allerdings beginnen auch die Himba, sich der veränderten Umwelt und Gesellschaftsordnung anzupassen. Viele von ihnen fertigen kleine Andenken für Reisende, einige Dorfgemeinschaften organisieren mittlerweile sogar eigene Touristenführungen. Etliche Himba-Kinder lernen mittlerweile Englisch und werden in mobilen Schulen unterrichtet. Dennoch besteht auch die Gefahr, dass die Himba das Schicksal anderer kleiner Völker teilen und durch die wachsenden Städte, den zunehmenden Straßenbau und andere Prozesse ihrer natürlichen Lebensweise beraubt werden.