Herero

Bei den Herero oder wie ihr ursprünglicher Name lautet Mbandu, handelt es sich um ein afrikanisches Hirtenvolk, welches hauptsächlich in Afrika, zum Teil aber auch in Botsuana und Angola lebt. Schätzungsweise gehören ungefähr 120.000 Menschen zu dieser Volksgruppe.

Allgemeine Informationen zu den Herero

Die Herero sprechen die Bantusprache Herero und arbeiten meistens auf großen Farmen oder sind in den Metropolen und Städten als Händler oder Handwerker tätig. Traditionell lebende Herero ziehen nach wie vor als Halbnomaden mit ihren großen Viehherden durch die Lande, bedingt durch die gesellschaftlichen wie kulturellen Veränderungen in Afrika verringert sich auch ihre Zahl stetig.

Geschichte der Herero

Die Geschichte dieses Volkes ist geprägt von langen Wanderungen und immer wieder wechselnden Siedlungsorten. Ursprünglich in Zentralafrika ansässig, zogen sie bereits im 16. Jahrhundert nach Betschuanaland, das heutige Botsuana. Nach einigen kriegerischen Auseinandersetzungen mit den dortigen Stämmen trennen sich die Herero, ein Teil von ihnen wanderte im 17. und 18. Jahrhundert in den Norden des modernen Namibias, der Rest von ihnen ließ sich schließlich weiter im äußersten Westen des Betschuanalands nieder.

Diese Region wurde im Laufe der Zeit zum Zentrum und Stammgebiet der Herero. Aufgrund einer ungewöhnlich langen Trockenzeit mussten sie die Weidegebiete ihrer großen Herden jedoch erheblich nach Süden erweitern, sodass sie letztlich die dort ansässigen Nama aus ihrer Heimat vertrieben. Diese jedoch schlugen die Herero in der Mitte 19. Jahrhunderts mit der Unterstützung einiger Orlam-Stämme wieder zurück.

Der Beginn des imperialistischen Zeitalters führte zu weiteren Streitigkeiten mit den angrenzenden Nachbarvölkern, da nun mehrerer Stämme um immer knapper werdende Ressourcen konkurrierten. Infolge dieser blutigen Kämpfe wurden die Herero beinahe vollständig ausgerottet, jedoch erholten sie sich recht schnell von ihren Verlusten und konnten die Orlam-Afrikaner 1870 endgültig bezwingen.

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts verstärkte und vergrößerte vor allem Deutschland seine Expansionsbewegungen in dieser Region, Südwest-Afrika und damit auch das Herero-Gebiet wurde 1884 unter deutsche Schutzherrschaft gestellt und damit zur Kolonie erklärt. Anfänglich duldeten die Herero die Besatzer und arrangierten sich auch teilweise mit ihnen, dieser anfängliche Frieden war allerdings nur von kurzer Dauer. Schnell wuchs die Unzufriedenheit mit der deutschen Kolonialverwaltung, welche die Herero um Land betrog, sie diskriminierte und ausbeutete.

Das Volk der Herero verarmte zusehends, bis die Situation im Jahre 1904 schließlich eskalierte. Unwillig, die zunehmende Unterdrückung durch Deutschland länger hinzunehmen, schlossen sich etliche Herero unter der Führung von Samuel Maharero zusammen und rebellierten gegen die Besatzer. Nach einigen anfänglichen Erfolgen wurde dieser Aufstand aber von einem einrückenden Expeditionskorps äußerst brutal niedergeschlagen, im anschließenden Krieg wurden ungefähr 65000 Herero getötet oder kamen danach in Arbeitslagern um, zumeist handelte es sich dabei um Frauen und Kinder. Einige Überlebende zogen sich wieder ins Betschuanaland zurück, wo sie bis heute als Minderheit leben. Der Rest des Volkes ergab sich und arbeitete fortan auf Farmen und in Fabriken für die deutschen Kolonialherren.

Seitdem kämpfen die Herero für eine offizielle Anerkennung dieses Völkermordes durch die Bundesrepublik und fordern angemessene finanzielle Wiedergutmachnung. Die Entwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul entschuldigte sich 2004 zwar öffentlich für die begangenen Verbrechen, lehnte jedoch in diesem Zusammenhang eventuelle Entschädigungszahlungen ausdrücklich ab.