Bushmen

Im südlichen Afrika nannten die weißen Kolonialherren im 17. Jahrhundert die klein gewachsenen, nur 1,50 m großen, gelbhäutigen Menschen Bushmen (Buschmänner). Von den benachbarten Völkern wurden sie "Außenstehende" oder "Menschen, die nichts haben" genannt. Noch heute gibt es verschiedene Namen für diese Menschen, in Namibia und Südafrika zum Beispiel werden sie kurz San genannt.

Eine genaue Angabe der Besiedelung der Bushmen ist nicht bekannt. Jedoch weiß man, dass sie vor etwa zweitausend Jahren, verdrängt wurden von nomadischen Viehzüchtern die Khoikhoi oder auch "Hottentotten" genannt wurden. Die schwarzen Volksstämme wie die Xhosa und den Zulu verdrängten sie ebenfalls. Die Weißen begannen Anfang des 15. Jahrhunderts das fruchtbare Land in ihren Besitz zu bringen und weil die Bushmen keinen Besitz hatten ging man davon aus das sie auch keine Rechte hatten. Zudem wurden die hervorragenden Jäger für eine Bedrohung der Herden angesehen.

Das heutige Leben der Bushmen

Das Leben der Bushmen in der heutigen Zeit ist geprägt von Armut, ohne Schulbildung und ärztlicher Betreuung. Sie fristen ihr Dasein in den Städten als Bettler, auf Farmen, Townships und Viehposten. Auch heute sind Ausbeutung, Diskriminierung und Missbrauch relevant und durch ihre soziale Situation und Ausweglosigkeit ist ihr Leben von Gewalt, Alkoholismus und Krankheiten bestimmt. Diese Entwicklung nimmt erschreckend zu. Es führt kaum noch ein Bushmen ein ursprüngliches Leben. In den nächsten Jahren ist zu befürchten das die Fähigkeiten und Kenntnisse, von den noch Überlebenden alten Bushmen, verschwunden sein werden.

Das ursprüngliche Leben der Bushmen

Jahrtausende haben die Bushmen bewiesen wie man in der Kalahari leben kann ohne Zerstörung. Sie ließen die Natur in ihrem Gleichgewicht und passten sich statt dessen ihrer Umwelt an, mit ausgezeichneten spezialisierten Kenntnissen. Das Leben der Bushmen war bestimmt von wasserspendenden Wurzeln, Beeren, Orangen, Melonen und Honig zu sammeln. Das jagen von Raubtieren, Antilopen, Springhasen, Giraffen, Wildschweinen, Schildkröten, Straußen, Schlangen, Käfern, Termiten und Giraffen war den Männern vorbehalten. Die Frauen waren für die "Buschkost" verantwortlich.

Das Wissen über die Jagd erwerben sie durch Jagderzählungen, eigene Erfahrungen und der recht engen Zusammenarbeit in der Gruppe. Unterstützt werden sie durch Omen und Träume. Die Jäger legen in einem Jahr ca. 4000 km zurück. Im Alter von 15. Jahren werden die jungen Männer aufgenommen, in die Jagdgesellschaft und erlegen ihre ersten Tiere. Von Mädchen wird ab diesem Alter erwartet das sie sich ernsthaft an der Sammeltätigkeit betätigen. Die Buschfrauen verfügen über ein großes Wissen an Pflanzenarten. Die materielle Kultur der Bushmen ist recht einfach, sie können aus den Materialien der Umwelt alles herstellen und nehmen aus ihrer Umwelt nur soviel wie auch in ihrer Abwesenheit nachwachsen kann.

In dieser Gemeinschaft sind die Männer für die Jagd, das zerlegen und zubereiten des Fleisches und das reparieren und herstellen der Geräte verantwortlich. Die Frauen bauen Hütten, sammeln, versorgen und gebären Kinder und bereiten das Essen zu. Bei den Bushmen genießen die Alten eine hohe Anerkennung Aufgrund ihrer Kenntnisse. Die Alten werden von der Gemeinschaft miternährt, solange es die Wasser- und Nahrungslage erlaubt. Tritt jedoch eine Notlage ein entscheiden sich die Alten zurück zu bleiben, zum Sterben, oder werden zurückgelassen, damit das Überleben der Jungen nicht gefährdet wird.