Beduinen

Jeder kennt das Volk der Beduinen und hat schon Bilder gesehen von ihnen. Oft kann man sie auch im Urlaub noch sehen, aber die Gelegenheiten werden immer seltener. Im nördlichen Afrika kann man sie aber öfter noch sehen, wenn man Glück hat. Meistens sind es aber keine richtigen Nomaden mehr.

Der Name Beduinen kommt vom arabischen Wort badw. Das bedeutet nicht an einem Ort lebende Personen. Im Gegensatz dazu heißt hadar sesshafte Menschen. Der Name Beduine bezieht sich auf eine vollnomadische Volksgruppe, die Kamele halten und zwar in den Wüstengebieten und den Halbwüstengebiete Arabiens, aber auch im nördlichen Afrika. Aber im Vergleich zu der gesamten Bevölkerung hatten sie im nördlichen Afrika nur eine sehr kleine Bedeutung.

In Zukunft wird ihre Bedeutung wohl weiter abnehmen, verursacht durch die Sesshaftwerdung. Aber trotz einer relativ geringen realen Bedeutung ist das Beduinentum auch im Bewusstsein vieler arabischen Menschen eine besondere Stellung ein. Die Eigenschaften der Beduinen wie die Tapferkeit und auch die Gastfreundschaft sind für alle bis heute sehr erstrebenswert.

Es gibt zwei Arten von Beduinen. Das sind einmal die Kamelnomaden, aber es gibt auch noch die Kleintiernomaden. Die Kleintiere sind die Schafe und die Ziegen. Mit ihnen kann man keine lange Wanderungen bis zu einem anderen Weidegrund machen. Deswegen brauchen die Nomaden mit Kleintierhaltung eine gewisse Art der Vegetation und können nicht durch die Wüsten ziehen. Mit Kamelen dagegen könne auch große Strecken ohne Wasser problemlos zurückgelegt werden. Das war natürlich in der Vergangenheit wichtig, da die kamelhaltenden Beduinen Handel trieben und auch für den Transport von Waren zuständig waren. Sie stellten Karawanen zusammen und organisierten auch deren Begleitschutz. Aus diesem Grund wurden und werden die Kamelnomaden höher geachtet unter den Beduinen als die Kleintiernomaden.

In Afrika gelebt haben arabische Beduinen nachweislich schon vor Christi Geburt. Denn bereits 46 vor Christi Geburt hatten die Römer von Beduinen im heutigen Nordtunesien 22 Dromedare erbeutet. Ungefähr 400 Jahre danach bildeten die Kamelnomaden dann eine stete, aber auch ernsthafte Gefahr für die damaligen römischen Provinzen von Afrika.

Die Expansion des Islam brachten auch die Beduinen mit sich und so fassten Beduinen dann fester Fuß in großen Teilen Nordostafrikas und auch Nordafrikas. Dem ersten Vorstoß im Jahre 700 folgte unter Beni Sulaim und auch von Beni Hilal. Aber zweite und der entscheidende Vorstoß kam dann im 11. und auch im 12. Jahrhundert. Leider wurden damals viele große, zu der Zeit noch von der Landwirtschaft genutzten Flächen verwüstet und diese versteppten. Seit dieser Zeit herrscht in der Sahara nur noch der Kamel-Nomadismus, ungefähr zu gleichen Teilen getragen von den Beduinen und auch dem Berberstamm Tuareg.

Durch viel modernere Pflanzen und Anbaumethoden, durch eine flächendeckende Staatskontrolle und ebenfalls den Bemühungen die Beduinen sesshaft zu machen gibt es immer weniger von ihnen. Die beduinische Lebensart bildet sich immer weiter zurück. Es gibt kaum noch Beduinen, die vollnomadisch sind. Aber es werden gerne noch einige verschiedene Brauchtümer der Beduinen gepflegt. Beispielsweise sind die Falkenjagd und das Kamelrennen sehr beliebte Unterhaltungsmöglichkeiten, die sogar in Dubai von den reichen Scheichs gepflegt werden und für das diese sehr viel Geld investieren.