Judentum in Afrika

Beim Judentum handelt es sich um eine Religion und Kultur in einem, welche sich selbst auch als das Volk Israel bezeichnet. Angesprochen werden damit hauptsächlich Anhänger der Gruppe und der Glaubensgemeinschaft des Judentums. Auch in Afrika sind zahlreiche Anhänger des Judentums vorhanden.

Die Gläubigen Afrikaner werden auch oft Afrikanische Juden genannt. Dieser Begriff bündelt dabei zwei Hauptgruppen. Zum einen afrikanische Gruppen die sich auf die Nachkommenschaft Israels bekennen, bzw. Bräuche und Sitten des Judentums angenommen haben und Juden welche Nachfolger, Töchter und Söhne von Holocaust Flüchtlingen aus den dreißiger und vierziger Jahren sind.

Besonders in den südlicheren Staaten und Teilen Afrikas ist die jüdische Population dabei besonders hoch. Es handelt sich zwar nur um einen prozentualen Anteil von einem bis zwei Prozent hochgerechnet auf die ganze Bevölkerung, dennoch ist dies im Gegensatz zu anderen afrikanischen und auch europäischen Prozentsätzen überdurchschnittlich viel. Im Norden Afrikas befinden sich eher weniger Menschen die dem Judentum angehören und sich dazu bekehren. Grund dafür ist der Staat Israel. Viele Juden in den nördlich gelegenen Teilen Afrikas haben sich nach Ausrufung Israels auf gemacht in Ihrem für sie vorgesehen Staat zu leben, einige hat es allerdings auch aufgrund der Lebensbedingungen nach Spanien oder Frankreich gezogen.

In früheren Zeiten hatte das Judentum einen entscheidenden Einfluss sowohl im Norden, als auch im Süd Afrikas. Über Jahrhunderte konnte sich der afrikanische Kontinent über einen Judenzuwachs freuen, insbesondere palästinensische Juden und Kaufleute versuchten ihr Glück auf einem neuen Kontinent. Das Mittelalter gehörte dabei zu den zuwanderungsreichsten Zeitperioden, besonders auch wegen der spanischen Inquisition, welche die Juden als starke Gefahr einschätzen mussten.

Heutzutage werden die in Afrika lebenden Juden aufgrund ihrer Hautfarbe, aber auch aufgrund des Lebens in Afrika umgangssprachlich schwarze Juden genannt. Wie beschrieben leben sie größtenteils in den westlichen und südlichen Bereichen Afrikas. Sowohl in Ghana, Guinea, Äthiopien, als auch in anderen Küstenstaaten Afrikas sind heute immer noch vereinzelt Juden ansässig, wenn auch der prozentuale Anteil stetig sinkend ist.

Nicht unwesentlich hat die jahrhundertelange Einwanderung von Juden auch zu einem kulturellen Wandel auf dem afrikanischen Kontinent gesorgt. Das Judentum in Afrika hat das Land geprägt und wird es auch in Zukunft tun. Dabei kommt es nicht darauf an, ob man das Judentum nun als Nation, Religion oder Kultur sieht und warum sie sich zum Judentum bekennen. Wichtig ist nur, dass sie die kulturelle Vielfalt und das Judentum mit all seinen Traditionen in Afrika weiterhin bewahren.