Islam in Afrika

Der Islam existiert seit dem 7. Jahrhundert nördlich der Sahara. Erst Mitte des 19. Jahrhunderts wurde der Islam in andere Länder Afrikas gebracht. Der größte Teil der afrikanischen Moslems sind Sunniten sowie Sufis. Es wird vermutet, dass heute etwa 43 bis 44% aller Afrikaner Moslems sind. Sie machen etwa ein Viertel aller Moslems weltweit aus.

Die Geschichte der Ausbreitung des Islams

Der Beginn in Nordafrika

639 fielen 4000 Moslems in Ägypten ein und eroberten es innerhalb von drei Jahren. Sie eroberten in den darauffolgenden Jahren die gesamte afrikanische Mittelmeerküste. Die eroberten Völker standen vor der Wahl entweder ihren Glauben beizubehalten, sie waren zuvor christianisiert worden, oder den Glauben der Eroberer anzunehmen. Da sie sonst Zahlungspflichtig würden, übernahmen die meisten Einwohner die Religion der Unterwerfer.

Den Eroberern folgten so viele arabische Zuwanderer, dass im 8. Jahrhundert Arabisch zur Amtssprache wurde. Die Chardschiten waren eine der ersten radikalen Bewegungen in Afrika. Sie flohen 714 aus Arabien und bildeten fanatische Gruppierungen in den Gebirgen von Algerien und Marokko. 761 hatten sie sogar einen eigenen Staat. Während der Herrschaft der Almohaden 1147 bis 1269 wurde das Christentum fast ausgerottet.

Durch Handel nach Schwarzafrika

Das Reich von Ghana ließ im 11. Jahrhundert die Almoraviden in der Hauptstadt eigene Stadtviertel anlegen. Sie verwüsteten diese aber, da sie die Herrschaft von „Ungläubigen" nicht ertragen konnten. Später konvertierte die Bevölkerung Ghanas zum Islam. Das war allerdings eine Ausnahme, denn der Islam kam nicht größtenteils durch Eroberung nach Westafrika sondern durch den Handel, denn die meisten Händler im 10. Jahrhundert waren Muslims. Im 11. Jahrhundert waren von Mali, Ghana, Gao, Takrur und Kanem die Herrscher zum Islam konvertiert. Ab dem 17. Jahrhundert war der Islam dann in ganz Westafrika angekommen.

Ausbreitung im Horn von Afrika

Als 615 Mitglieder der Familie Mohammeds, des Propheten, nach Äthiopien kamen, um Zuflucht zu suchen, gewährte man ihnen zu bleiben. Sie errichteten Handelsniederlassungen entlang der Küste und in den darauffolgenden Jahrhunderten wurden die kuschitischen Völker Äthiopiens islamisiert.

Die Ostafrikanische Küste

Im 8. Jahrhundert wurden auf der kenianischen Insel Kilwa Stationen errichtet die dazu dienten günstige Winde für die Rückfahrt der Segelboote abzuwarten. Dies waren die ersten arabischen Siedlungen zwischen Kilwa, Sansibar und Lamu. Zunächst wurde der Islam nur entlang der Handelsrouten verbreitet, doch ab den 1870er Jahren begann die Islamisierung in Ostafrika auf dem Land. Ab 1890 gelang der Islam dann auch nach Mosambik und Malawi.

Der Islam im Sudan

Im Sudan verschwand das Christentum bereits im 13. Jahrhundert durch Arabisierung fast vollständig. Ab 1985 wurde das Land sehr streng Islamisiert; die Trennung von Mann und Frau im öffentlichen Leben und islamische Kleiderordnung. Der Islam kam nicht als arabische Kultur nach Schwarzafrika sondern als eine Rechtslehre, die in bestimmten Gebieten als gesetzlicher Rahmen dient. Im Maghreb hingegen, wurde der Islam nur durch den Heiligenkult in der Bevölkerung verbreitet und nicht durch Rechtsgelehrte.