Christentum in Afrika

Der Kontinent Afrika zeichnet sich durch seine sehr heterogenen, kulturell gemischten Bevölkerungsgruppen aus. Selbst innerhalb eines einzelnen Landes existiert häufig eine unüberschaubare Vielfalt an unterschiedlichen Lebensansichten, Traditionen und Sitten. Nicht anders verhält es sich mit den vielen dort praktizierten Religionen.

Allgemeines zum Christentum in Afrika

Lässt man jedoch die verschiedenen Konfessionen und Strömungen außer Acht, so ist das Christentum neben dem Islam eine der Hauptreligionen in Afrika. Zwischen 38 und 43 % gehören dieser Glaubensrichtung an, welche vornehmlich im östlichen, südlichen und zentralen Afrika verbreitet ist.

Geschichte des Christentums in Afrika

In den nördlichen Regionen des Kontinents entwickelte sich der Glaube an Jesus Christus bereits unter der römischen Herrschaft in der ersten Hälfte des ersten Jahrtausends. Ungeachtet von Verfolgungen und Androhungen schlimmer Strafen erfuhr diese damals noch junge Glaubensgemeinschaft großen Zulauf. Als im Jahre 380 nach Christus Kaiser Konstantin das Christentum schließlich in Rom zur Staatsreligion erhob, wurde es ungefähr zur selben Zeit auch in Äthiopien offiziell anerkannt.

Mit der zunehmenden Ausbreitung der Lehren Mohammeds wurde die fortschreitende Ausbreitung des Christentums in Afrika jedoch vorerst gestoppt. Mittlerweile gilt in den nördlichen Regionen der Islam als Hauptreligion, größtenteils christlich sind heute nur noch Ägypten, die Gebiete der ehemaligen nubischen Reiche im Sudan sowie Teile Äthiopiens. Durch die Entdeckungsexpeditionen und Erschließung neuer Handelsrouten gelangte das Christentum erst im 15. Jahrhundert auch in die südliche Hälfte Afrikas. Vornehmlich die Portugiesen leisteten in diesem Zusammenhang umfangreiche Missionierungsarbeit im Umfeld ihrer eigenen Handelsstützpunkte. Entscheidende Impulse gingen darüber hinaus von der Bekehrung des mächtigen Herrschers des großen Kongoreiches. Afonso I beförderte zu Beginn des 16. Jahrhunderts die Ausbreitung des Christentums in den Grenzen seines großen Reiches erheblich.

Die jüngere Geschichte des Christentums in Afrika ist eng verknüpft mit der beginnenden Kolonialisierung im 19. Jahrhundert. Während dieser Ausdehnung des europäischen Herrschaftsbereiches reisten viele protestantische und katholische Geistliche auf diesen Kontinent, um durch ihre Arbeit, die Anzahl christlicher Gläubigen in Afrika weiter zu vermehren. Ihre Rolle bei der Unterdrückung und Ausbeutung der afrikanischen Bevölkerung ist dabei allerdings äußerst umstritten. Fakt ist jedoch, dass in dieser Periode die Grundlage für die endgültige Etablierung des Christentums in Afrika gelegt wurde.

Christliche Religionsgemeinschaften in Afrika

Das Christentum in Afrika hat sich mittlerweile in eine enorme Anzahl verschiedener Konfessionen aufgespalten, die in ihrer Ausrichtung und ihrem Wesen zum Teil erheblich voneinander differieren. Aus diesem Grunde ist eine genaue Einordnung und Beschreibung des Christentums selbst für ein einzelnes Land oder Gebiet häufig nur schwer oder gar nicht möglich.

Generell allerdings kann man die Kirchen in Afrika unterteilen in solche, die ihren Ursprung in den Missionarsreisen fanden und solche, die tatsächlich auf dem afrikanischen Kontinent entstanden sind. Die Mehrheit der erstgenannten Art ist überwiegend katholisch, in einigen Gebieten dominieren aber auch protestantische Konfessionen wie die Pfingstkirche. Eine Aufzählung der geläufigsten Kirchen afrikanischen Ursprungs lässt sich aufgrund ihres häufig nur auf eine Region beschränkten Verbreitungsfeldes nicht allgemein vornehmen. Daher ist es bei einer geplanten Reise selbst in christliche Länder äußerst ratsam, sich zuvor ausführlich und eingehend über die dortigen religiösen Sitten und Gepflogenheiten zu informieren.