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Afrikanische Kosmologie
Die meisten afrikanischen Völker besitzen eine sehr differenzierte Vorstellung von der Ordnung des Kosmos in zeitlicher und räumlicher Dimension. Die Struktur der Welt wird aber aus der Schöpfungsgeschichte entwickelt und nicht an Hand astronomischer Kenntnisse. |
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Die Vorstellungen vom Kosmos, der Schöpfung und den Himmelsgöttern ist in Afrika regional verschieden. In unterschiedlichen Variationen geht es um die Trennung von Himmel und Erde, dieser Mythos findet sich bereits bei antiken Hochkulturen wie der ägyptischen Kultur. Die Trennung von Himmel und Erde beendete das friedliche Zusammenleben von Göttern und Urmenschen. Der Paradiesverlust wurde, ähnlich der Darstellung in der Bibel, durch einen Sündenfall eingeleitet.
Fast in allen Religionen Afrikas existiert der Glaube an einen Hochgott bzw. an einen ersten Schöpfer, der im Ritual angesprochen wird. In manchen Gegenden tritt dieser Hochgott auch als Gewitter- oder Regengott in Erscheinung. Bekannte afrikanische Hochgötter sind z. B. der Himmelsgott Olorun im Kult der Yoruba in Nigeria, der Hochgott Mulungu in Ostafrika oder der Gott Kalunga im Westen von Südafrika. Die Verbindung zu den Göttern wird in allen afrikanischen Kulturen durch Rituale und Opfer gehalten.
In ganz Afrika existieren zahlreiche Mythen, ihnen allen gemeinsam ist jedoch der Glaube an einen weit entrückten, allwissenden Schöpfergott, dem häufig weitere Himmelsgötter untergeordnet sind. Zu den untergeordneten Götter gehören auch die Urahnen, sie stammen aus Flüssen, Erdlöchern oder Bäumen. Ebenso weit verbreitet ist der Glaube an Wesen und Tierhelden, die an der Erdschöpfung beteiligt waren. Hunde und Erdferkel spielen bei der Schöpfung eine Rolle, Vögel gelten häufig als Ratgeber und im Schöpfungsmythos der Kultur der Akan iim Westen von Afrika wurde eine Spinne mit der Schöpfung der Welt beauftragt. Bekannt ist auch ein Huhn mit fünf Zehen in der Mythologie der Yoruba.
Die Vorstellungen von der Erschaffung der Welt sind in den einzelnen Kosmologien ebenfalls sehr verschieden, es gibt zahlreiche mythologische Schöpfungsgeschichten der einzelnen Völker. Sie alle beinhalten aber die Vorstellung eines Schöpfergottes, der die Erde meist mit Hilfe von Tieren erschuf. Der Glaube dass Erde, Sonne und Sterne aus Materialien wie Erde, Holz oder Kohle geformt wurden findet sich in Abweichungen ebenfalls in den meisten Mythologien afrikanischer Kulturen wieder. Die mythologischen Vorstellungen vom Kosmos und der Erschaffung der Welt spiegeln sich im Alltag afrikanischer Völker wieder. So haben z. B. einfache Transportkörbe eine runde Öffnung als Symbol für die Sonne und einen rechteckigen Boden, welcher für die Erde steht.