Tropisches Klima

Bezügliche der allgemeinen Definition der Klimazonen wird das tropische Klima mit einer monatlichen Durchschnittstemperatur von mehr als 18°C und einen Niederschlagsmenge von mehr als 1500mm pro Jahr beschrieben. Geografisch erstreckt sich das tropische Klima ungefähr vom nördlichen zum südlichen Wendekreis (ca. 23,5° Nord bzw. Süd).

Charakteristisch für das tropische Klima ist das komplette Ausbleiben der Jahreszeiten (in Form von „Sommer" und „Winter" in den gemäßigten Breiten). Das heißt die Temperaturschwankungen über ein Jahr sind bedeutend geringer als die Temperaturschwankungen in anderen Regionen der Welt. Auch ist insgesamt die tägliche Variation der Lufttemperatur deutlich ausgeprägter als die Schwankung über ein Jahr betrachtet. Deshalb spricht man auch vom sogenannten „Tageszeitenklima". Dasselbe gilt für den Luftdruck, auch dort ist die tageszeitliche Schwankung deutlich höher als die jährliche Variation.

In seiner Entstehung wird die Klimazone von zwei zirkulierenden Luftbewegungen, den sogenannten „Hardley-Zellen" beeinflusst. Luftmassen der nördlichen und südlichen Hemisphäre konvergieren am Äquator und formen die „Intertropische Konvergenz Zone (ITCZ)". Luft steigt dort auf, was zu einer Destabilisierung der Luftmasse und damit zu starken Niederschlägen führt, und bewegt sich dann wieder in den oberen Luftschichten Richtung Norden und Süden. Dort sinken die Luftmassen dann wieder ab (Position jahreszeitlich schwankend, ungefähr 30° N/S) und formen den Subtropischen Hochdruckgürtel. Die ITCZ, oft auch als meteorologischer Äquator beschrieben, findet man durchschnittliche auf einer Breite von ca. 7° N. Von dort aus folgt sie, mit ein bis zweimonatiger Verzögerung, auf Grund der leicht gekippten Erdachse, dem nach Norden oder Süden wandernden Punkt der stärksten Sonneneinstrahlung. Diese Bewegung erklärt die Begriffen Regen- bzw. Trockenzeit.

Ist die ITCZ genau über einem Punkt, so entstehen dort viel Gewitter mit hohen Niederschlägen was man dann als Regenzeit bezeichnet. Gebiete im Bereich des Äquators erleben also zweimal im Jahr eine Regenzeit, einmal wenn die ITCZ sie in nördliche Richtung überquert und das zweite mal wenn die ITCZ zurück in den Süden zieht. Doch haben Gebiete die nahe des nördlichen oder des südlichen Wendekreises liegen, nur eine Regenzeit da sie nie komplett von der ITCZ überzogen werden.

Auch der Wind im tropischen Klima wird fast ausschließlich von der Lage der ITCZ bestimmt. Als Monsunwinde werden die Winde bezeichnet, die ausgehend vom Äquator in Richtung der Konvergenz Zone wehen. Liegt die ITCZ nördliche des Äquators so kann man dort Monsunwind aus Süd-Westen beobachten, liegt sie südliche davon findet man Monsunwind aus Nord-West. Die westliche Komponente ist der Einfluss der Coriolis-Kraft auf die Luftmassen.

Die oben beschriebenen klimatischen Bedingungen führen zur Entstehung des tropischen Regenwaldes. Dieser erstreckt sich meist von ungefähr 12° nördliche Breite bis zu 12° südlicher Breite, teilweise aber auch deutlich weiter in die jeweilige Hemisphäre. In diesem Gebiet liegen Waldflächen mit einem Ausmaß von 1,8 Millionen Hektar was über die Hälfte des gesamten Waldes auf der Erde entspricht. Ungefähr 50% des tropischen Regewaldes findet man in den Gebieten um den Amazonas, knapp 30% in Afrika und den Rest in Südost- Asien. Diese Regionen im Einfluss des tropischen Klimas lassen damit, vorausgesetzt sie bleiben sich selbst überlassen, die größte Artenvielfalt zu, welche wir auf unserem Planeten haben.