Tschadsee

Der Tschadsee ist das größte Binnengewässer Westafrikas, und liegt bei dem Vierländereck Tschad, Kamerun, Nigeria und Niger. Vor 50 Jahren, besaß der See noch eine Wasserfläche von 12.000 bis 25.000 km², abhängig von der Trocken- und Regenzeit. Aber heute ist der Tschadsee zu über 90% geschrumpft. Der ehemalige nördliche Teil ist komplett ausgetrocknet, dadurch hat Nigeria seinen Anteil an Wasserfläche vollständig verloren. Das meiste Wasser erhält der See durch den Schari-Fluss. Nur rund 10% kommen aus anderen kleineren nigerianischen Flüssen. Das schnelle Austrocknen hat schlimme Folgen für den Menschen, und beeinflusst Natur und Tiere.

Folgen der Austrocknung für den Menschen

Heute leben noch etwa 20 Millionen Menschen am und vom See. Früher zog es viele Menschen an das Gewässer, angelockt durch den reichen Fischbestand, wurden viele Siedlungen um den See herum gegründet. Heute kann der Tschadsee nicht mehr alle ernähren, dadurch haben viele der Fischer ihre Lebensgrundlage verloren. Ein zusätzliches Problem für die verbleibenden Fischer ist, dass große Bereiche des Sees nur rund ein Meter tief sind, und dadurch oft von Gras, Schilf und Papyrus bewachsen sind, was das Fischen in diesen Bereichen sehr erschwert.

Doch nicht nur die Fischerei leidet unter der Austrocknung, auch die Landwirtschaft hat zu kämpfen. Der See ist teilweise so weit zurückgegangen, dass die Landwirte nicht mehr an das Wasser kommen um ihre Felder zu bewässern. Viele der vor einigen Jahren angelegten Bewässerungssystemem funktionieren heute nicht mehr. Das hat die Folge, dass viele Landwirte ihre dürren Felder aufgeben müssen.

Tiere am Tschadsee

Der Tschadsee bietet zahlreichen Tierarten ein Zuhause. Neben Flusspferden und Krokodilen, beherbergt der Tschadsee über 100 verschiedene Fischarten. Für Antilopen, Warzenschweine, Straußenvögel und Elefanten ist er eine wichtige Wasserstelle. Außerdem, ist der See ein bedeutender Rastplatz für Millionen von Zugvögel die auf der Reise von Süd- und Zentralafrika nach Europa sind.

Schätzungen haben ergeben, dass der See im Jahre 2030 vollständig verschwunden sein wird und nur ein trockenes Seebett zurückbleibt. Der wohl einzige Vorteil des Sees ist, dass das trockene Land, wo einst das Wasser war, einen sehr fruchtbaren Boden hat. Landwirte legen hier ihre neuen Felder an. Doch was bringt ein Feld auf einem fruchtbaren Boden, wenn kein Wasser da ist um es zu bewässern?