Tanganjikasee

Der größte See in Zentralafrika ist der Tanganjikasee. Zudem ist er der sechsgrößte und zweittiefste See der Erde. Der Tanganjikasee gehört zu den größten Grabenbruchseen in Afrika. Er ist zudem der tiefste See des Kontinents. Die westlichen Wände des ostafrikanischen Grabens grenzen ihn im Osten ein. An der Westseite des Tanganjikasee‘s grenzt die zentralafrikanische Schwelle an.

Zur Geographie des Tanganjikasee

Durch sein Volumen von ca. 19.000 km³ ist er das größte Süßwasservorkommen in ganz Afrika. Er erstreckt sich ca. 673 km in Nord-Süd-Richtung und hat eine durchschnittliche Breite von ca. 50 km. Die Fläche des Tanganjikasee's beträgt ca. 33.000 km². Im nördlichen Teil kann der See bis zu 1.470m Tief sein. Durch die enorme Tiefe handelt es sich in den unteren Schichten um fossiles Wasser. Seine Wasseroberfläche liegt bei 782m ü. NN. Der Hauptzufluss kommt aus Norden von dem Ruzizi. Die zwei anderen Zuflüsse sind der Kalambo und der Malagarasi. Der Abfluss erfolgt über den Lukuga, der den Kongo speist. Die Demokratische Republik Kongo, Tansania, Sambia und Burundi teilen sich die Fläche des Tanganjikasee‘s. Dabei hat die Demokratische Republik Kongo und Tansania den Hauptanteil.

Fauna und Flora des Tanganjikasee

Der Tanganjikasee ist der artenreichst Ort auf der ganzen Welt. Den Tanganjikasee bewohnen fast 300 Fischarten. Die Fauna des Sees bilden die zahlreichen Buntbarsche, die sich sehr gut an die hohe Mineralienkonzentration des Sees angepasst haben. Aber auch zahlreiche andere Fischarten leben hier, z B. der Nilhecht, Karpfenfische, Salmler, Heringsarten, verschiedene Welsarten, Riesenbarsche, Zahnkärpflinge, Stachelaale und eine Art des afrikanischen Lungenfisches. Aber auch eine große Anzahl von Wirbellosen leben in dem See, z. B. Krabben, Ringelwürmer, Schnecken, Muscheln, Süßwasserquallen und Schwämme. Ab einer Tiefe von 200 m gibt es kein höheres Leben mehr, da die fehlende Umwälzung das Wassers nicht mit Sauerstoff anreichert. Das Nilkrokodil lebt, in einigen Regionen, an den Ufern vom Tanganjikasee. Die ansässige Bevölkerung lebt hier von der Fischerei. Dadurch wurde aber auch die Artenvielfalt sehr beeinträchtigt. Wo 1995 der Gesamtfang noch 180.000 Tonnen betrug sind es heute an einem Tag schon 500 Tonnen. Die zahlreichen und farbenfrohen Buntbarsche haben auch zu Zierfischexporten geführt.

Die Schifffahrt auf dem Tanganjikasee

Auf dem Tanganjikasee fährt die Liemba. Sie ist das einzige Schiff und hat für die Menschen und den Transport von Waren und Gütern eine wichtige Bedeutung. Die einzigen Häfen sind in Tansania in Kigoma und in Burundi Bujumbura. Meist findet die Be- und Entladung der Güter und der Passagiere mittels kleiner Boote statt. Die Liemba wurde kurz vor dem ersten Weltkrieg in der Meyer-Werft in Papenburg ( Norddeutschland ) gebaut. Ihr deutscher Name war Graf Goetzen. 1914 wurde es zerlegt und in 5000 Kisten verpackt und mit der Eisenbahn, den Überseedampfern und zum Teil auch zu Fuß an den Tanganjikasee transportiert. Vor Ort wurde das Dampfschiff von 3 Mitarbeitern der Meyer-Werft wieder zusammengebaut.