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Malawisee
Der Malawisee - fischreiches Gewässer im östlichen Afrika |
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Physikalisches und Geografisches
Der Malawisee ist rund 580 km lang, bis zu 80 km breit und bis 704 m tief. Insgesamt bedeckt er eine Fläche von knapp 30.000 km², in etwa die Fläche des Bundeslandes Brandenburg. Entstanden durch geotektonische Verschiebungen, ist er der älteste der Großen Afrikanischen Seen. Der Malawisee fliesst zum Shire (portugiesisch: Xire) ab, einem Nebenfluss des unteren Sambesi. Der größte Teil einschliesslich der gesamten Westküste gehört zu Malawi, im Norden und Osten grenzt der Malawisee teilweise an Tansania und im Süden und Osten an Mozambik.
Historisches: vom Kolonialbesitz zum multinationalen Gewässer
Erste Europäer, die zum Malawisee vorstießen, waren im 17. Jahrhundert portugiesische Missionare, später geriet der See in Vergessenheit. Als Entdecker gilt heute der schottische Missionar und Afrikaforscher David Livingstone, der während einer Reise auf dem Sambesi um 1859 den Malawisee erreichte. Livingstone gab ihm auch seinen alten Namen in der Sprache der Yao, Nyasasee. Für die folgenden rund 100 Jahre gehörte der Malawisee zum Kolonialbesitz Grobritanniens und zu einem kleineren Teil Portugals (heutiges Mozambik). Der heute tansanische Teil gehörte bis zum 1. Weltkrieg zu Deutsch-Ostafrika. Nachdem Tansania und Malawi in den 1960er Jahren unabhängig geworden waren, kam es immer wieder zu politischen Streitigkeiten um den Malawisee und seinen "richtigen" Namen. Heute sind diese Streitigkeiten weitgehend beigelegt.
Fischreichtum in isoliertem Biotop
Der Malawisee mit seinem kristallklaren, keimfreien und warmen Wasser ist mit rund 1000 Arten das fischreichste Gewässer der Erde. Da es als Biotop auf dem afrikanischen Kontinent vollkommen isoliert dasteht, konnten sich hier Arten in Ruhe entwickeln, die es sonst nirgendwo auf der Welt gibt. Vor allem die reiche Vielfalt an Buntbarschen und Welsen macht den Malawisee interessant für Aquarianer. Gefischt wird nahezu ausschließlich im südlichen Teil, wo die begehrtesten Arten leben. Um einer Überfischung entgegen zu wirken und die Brutstätten zu schützen, wurde 1980 die Monkey Bay am Südufer auf malawischem Staatsgebiet zum Nationalpark Malawi erklärt, seit 1984 UNESCO-Weltnaturerbe.
Tourismus um den Malawisee
Der Malawisee gilt unter Afrika-Touristen als Geheimtipp. Vor allem Taucher und Rucksacktouristen finden den Weg an die einsamen Strände und Buchten, die eher an das Meer als an einen See erinnern. Allmählich entwickelt sich auch ein gehobener Bade- und Tauchtourismus. Zu den einzelnen Hafenorten besteht regelmäßiger Passagier- und Frachtverkehr, beliebt sind auch Kreuzfahrten von Norden nach Süden über den riesigen See, die bis zu einer Woche dauern. Zu den bekanntesten Touristenzielen am Malawisee gehören Cape McLear südwestlich der Monkey Bay, Mangochi mit zahlreichen Hotels und Flughafen und die Inseln Chizumulu und Likoma vor der mozambikischen Küste. Baden im Malawisee ist nicht ganz ungefährlich: Schnecken übertragen auf den Menschen die Wurmerkrankung Bilharziose, die unbehandelt lebensbedrohlich werden kann. Auch eine Malaria-Prophylaxe ist anzuraten.